Was ist FERTAN®?
FERTAN® ist ein Konverter oder chemisch besser ein Polimer mit hohem Molekulargewicht.
Aus was besteht FERTAN®?
FERTAN® hat drei Hauptbestandteile: Pyrogallische Tannine als Glykosidvereinigung, Metalladditive, Netzmittel und Zink. Reines Wasser.
Was ist bei der FERTAN® Anwendung besonders zu beachten?
Wichtig zu wissen ist, dass FERTAN® auf Wasserbasis aufgebaut ist! Daraus ergibt sich logischerweise, dass das Produkt nur dann optimal wirken kann, wenn es auf metallisch sauberes Metall oder Rost aufgetragen wird.
Jede, auch zurück liegende, Vorbehandlung, welche Rückstände auf dem Metall oder in den Metallporen zur Folge hatte, muss den Anwendungserfolg minimieren !
Deshalb keine Vorreinigung mit mineralischen, ölhaltigen Produkten, wie z.B. Benzin, Universalverdünnung, Nitroverdünnung, Lösungsmittel, Aceton, mineralische Bremsenreiniger usw.
Vorreinigung immer mit einem Reiniger auf Wasserbasis ! Also z.B. mit dem Formula1 Motorreiniger- und Entfetter oder Marine Clean (Danach gründlich mit Wasser nachwaschen !). Auch Silikonentfener ist sehr gut geeignet
Wichtig ist auch, dass keine optisch nicht sichtbaren Silikon- oder Fettrückstände vorhanden sind, wie dies häufig unter alten Unterbodenschutzschichten zurück bleibt, aber auch z.B. beim vorangegangenen Sandstrahlen mit bereits wiederverwertetem Strahlgut in die Metallporen gelangt, unter Schichten von Klebern, z.B. unter Dämm - Matten usw...
Was bewirkt FERTAN®?
- auf rostigen Flächen:
Wenn FERTAN® auf rostige Flächen aufgetragen wurde, dringt das Produkt, unterstützt von dem im Produkt selbst beinhalteten Wasseranteil, in die Rostschicht Fe³ ein und löst diese auf. Auf der unter der Fe³ - Schicht liegenden Fe² - Schicht wird in einem Arbeitsgang dann eine neue Metallverbindung chemisch aufgebracht (komplexiert ). Dadurch wird die Fe² - Schicht geschützt und diese kann nicht in Fe³ (Rost ) umschlagen. Dies wird aber dann der Fall sein müssen, wenn die durch FERTAN® erzeugte Schicht z.B. mechanisch beschädigt wird.
Diese neue Metallverbindung ist widerstandsfähig gegen chemische und atmosphärische Einflüsse und sie ist wasserunlöslich !
Diese Metallverbindung, eine polimerische - metallorganische Schicht, nennen wir Eisen-Tannin-Verbindung.
- auf nicht korrodierten Flächen:
Selbstverständlich kann FERTAN® auch auf nicht korrodierte Flächen zum Schutz aufgetragen werden.
Wenn ein Metall absolut sauber und frei von z.B. Ölen und Fetten ist, muss es innerhalb sehr kurzer Zeit durch die immer vorhandene Luftfeuchtigkeit korrodieren. Unter dem Mikroskop ist dies in nur wenigen Minuten deutlich zu beobachten.
Ein auf diese gesäuberte Metalloberfläche aufgebrachtes FERTAN® wird jedoch dort diese Korrosion verhindern und das Metall zusätzlich, durch die oben erwähnte Eisen-Tannin-Verbindung schützen. Dabei liegt die Schichtstärke bei ca. 6 - 8 µ.
Jedoch ist bei einem nicht korrodierten Metall festzustellen, dass das bei korrodierten Metallen zur Entrostung (Auflösung der Fe - Schicht ) erforderliche Tannin zwar zur Schwarzfärbung des Metalles führt, nach dem Abwaschen aber wieder eine blanke, jetzt durch die neue Schicht matte, Metalloberfläche hat. Diese ist für einen Zeitraum von mehreren Wochen nicht mehr rostgefährdet.
Zusammengefasst bedeutet dies:
Bei verrostetem Metall erzeugt FERTAN® eine schwarze, je nach Kohlenstoffgehalt des Metalls auch bläulich-violette Schicht.
Bei nicht rostigem Metall erzeugt FERTAN® eine matte Metalloberfläche.
Wie kann FERTAN® aufgebracht werden und was ist dabei zu beachten?
FERTAN® kann grundsätzlich mit einem Pinsel, einer Rolle oder einer Spritzpistole aufgebracht werden.
Dabei ist unbedingt zu beachten, dass das Werkzeug frei von Verunreinigungen ist.
Also keinen Pinsel verwenden, welcher in Pinselreiniger, Benzin usw. war. Spritzpistolen könnten zur Zwischenlagerung mit Öl behandelt worden sein, diese dann bitte immer vorreinigen.
In Hohlräumen nur mittels Hohlraum Druck- oder Saugbecher Pistolen arbeiten. Verarbeitungsdruck ca. 3 - 4 bar. Eine normale Handpistole kann diesen Druck nicht aufbringen.
Ist ein Abwaschen der mit FERTAN® behandelten Schicht erforderlich?
JA ! Grundsätzlich muss vor jeder Nachbehandlung das mit FERTAN® behandelte Metall mit Wasser gründlich gereinigt werden, um die Ablösungen, aber auch die immer (in Hohlräumen) vorhandenen Restsalze, (z.B. Sodium- oder Natrium Chlorid ) welche wasserlöslich sind, zu entfernen. Dabei entfernt man auch überschüssige Fertanreste und gelösten Rost. Teilweise werden schwarze Stellen auch wieder hell – das ist vollkommen in Ordnung.
Wenn nach der FERTAN® Anwendung kein Endschutz erfolgt?
Dann muss auch nicht abgewaschen werden.
Grundanwendung:
Wenn Sie die Fläche mit einem Pinsel oder einer Rolle bearbeiten wollen, nehmen Sie bitte immer einen neuen oder einen schon mit FERTAN® benutzten Pinsel, der wiederum auch nur mit Wasser ausgewaschen sein darf zum Einstreichen oder Rollen.
Jegliche Reiniger wie Universal-, Nitro-Verdünnung oder auch Azeton und Benzin verhindern das FERTAN® auf dem Metall reagieren kann!
Immer nur Reiniger auf Wasserbasis verwenden, die rückstandslos entfernt werden können, z.B. Formula 1 Motorreiniger und Entfetter oder Marine Clean.
Ausspülen der Hohlräume mit Wasser?
Das Ausspülen ist extrem wichtig!
Den abgelösten Rost sowie Salze und Chloride, die sich über die Jahre dort eingenistet haben, werden ausgespült. Da Sie durch die Behandlung mit FERTAN® eine geschützte Oberfläche haben, können Sie sicher sein, dass das Wasser keine Schäden verursacht.
Merke:
Überall, wo dieses Wasser hinkommt, war FERTAN® schon vorher!
Abwaschen des schwarzen Pulvers?
Einmal gründlich abwaschen reicht vollständig aus!
Die Oberfläche mit einem weichem Schwamm oder Tuch abwaschen. Ein starker Wasserstrahl reicht auch aus. Die Reinigung mit Wasser ist immer erst dann erforderlich, wenn nachbehandelt werden soll.
Wichtig:
Beschädigung der neuen Oberfläche:
Niemals mit einem Scheuerschwamm oder Mückenschwamm daran reiben!
Die Oberfläche darf nicht mechanisch beschädigt werden.
Nur mit einem Schwamm oder einem weichen Tuch.
Immer nur mit Wasser reinigen!
Hohlräume solange ausspülen, bis nur noch klares Wasser abfließt.
Reinigen der Flächen:
Den losen Rost mit einer Stahlbürste von Hand, aber auch maschinell entfernen.
Wenn in dem Bereich gearbeitet wird, in dem sich noch Reste von Unterbodenschutz oder anderen Wachsen befinden, so reinigen Sie diese vor der Behandlung mit FERTAN® mit einem Silikon - Entferner.
Wichtig:
Auf keinen Fall mit Verdünnung, Terpentin, Benzin oder Kaltreinger abreiben. Immer nur Reiniger auf Wasserbasis verwenden, die rückstandslos entfernt werden können, z.B. Formula 1 Motorreiniger und Entfetter oder Marine Clean.
Nachbehandlung von Hohlräumen und Außenflächen
Sie werden feststellen, dass Sie nach dem Reinigen mit Wasser auf der abgetrockneten Fläche immer noch schwarze Finger beim Darüberreiben bekommen. Dies ist ganz normal, weil die Restfeuchtigkeit noch eine Reaktion bei dem Rostumwandler hervorruft. Diese leichte Pulverschicht verbindet sich mit allen Materialien und enthält keine Rückstände. Sie ist überlackierbar, schweißbar usw.
Hohlräume:
Für die Hohlräume (Schweller und A-, B-Säulen) nehmen Sie am besten einen guten feuchtigkeitsverdrängenden Hohlraumschutz.
Das beste Ergebnis der Behandlung erzielen Sie mit einer Hohlraum - Druckbecher - Pistole und einer 360° doppelt axial sprühenden Sonde.
Wichtig:
Bei Verwendung von HT-Wachs sollte die Schichtstärke mindestens 1,0mm betragen, höchstens 2 mm.
Das Wachs muss "arbeiten" können, d.h. die Risse die im Winter durch die Feuchtigkeit und das Einfrieren entstehen können, werden im Sommer durch die Erwärmung des Wachses wieder geschlossen.
Bei ausreichender Schichtstärke kann dieser Vorgang mehrere Jahre wiederholt werden, ohne dass ein neuer Wachsauftrag notwendig wird.
Alle ca. 4 bis 6 Jahre sollte ein Hohlraumwachs nachgebessert werden!
Außenflächen:
Nach dem Abwaschen der mit FERTAN® behandelten Fläche können Sie mit jeder handelsüblichen Beschichtung weiterarbeiten.
z.B. Grundieren, Füllern, Spachteln, (Verzinnen), Schweißen, Lackieren.
Bei ca. 420° endet die Hitzebeständigkeit von FERTAN®.
Sie haben eine neue Metalloberfläche!
Den Unterboden eines Fahrzeuges können Sie auf verschiedene Arten behandeln.
Sie können nach dem Entrosten mit FERTAN® eine Grundierung mit FERPOX-Primer auftragen oder auch eine andere Grundierung Ihrer Wahl und anschließend lackieren.
Sie können auch direkt einen Steinschlagschutz (Over 4SP) aufbringen und diesen wiederum nach dem Austrocknen mit einem Schutzwachs (UB220) überziehen oder lackieren.
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