Mike Sanders Korrosionschutzfett kann sowohl als Hohlraumschutz als auch als Unterbodenschutz verwendet werden. Leichten Rost kann das Korrosionsschutzfett gut versiegeln und konservieren, bei stärkerem Rost sollte man das Fett nicht ohne weitere zusätzliche/mechanische Entrostung einsetzen oder auf stärker, auch bei niedrigen Temperaturen kriechende Produkte ausweichen. Am Unterboden reicht meist das mechanische entfernen des groben Rostes aus.
Eigenschaften:
In beiden Fällen (Hohlraum/Unterboden) kommt die Langzeitkriechwirkung zum tragen, d.h. im Sommer bei höheren Temperaturen verflüssigt sich das Fett ein wenig und kriecht weiter in Bereiche, die man bei der Verarbeitung nicht erreicht hat bzw. erreichen konnte, also z.B. Blechfalze, Schweißnähte usw.
Allerdings hat die Langzeitkriechwirkung einen kleinen Nachteil: Das Fett wandert mit der Zeit auch aus den Wasserablauflöchern (z.B. der Türen) heraus (richtiges Tropfen ist beim „normalen“ Fett sehr selten, bei der „weichen Mischung“ eher mal möglich) und ist dann auch außen am Fahrzeug zu sehen. Diese Spuren lassen sich aber leicht mit einem fettlösenden Mittel entfernen. (Spätestens jetzt ist man aber von der Kriechwirkung überzeugt). Das Fett muss im Hohlraum nicht regelmäßig erneuert werden.
Verwenden Sie das Fett am Unterboden, haben Sie zwar ebenfalls den Vorteil der Langzeitkriechwirkung, aber auch den Nachteil, dass das Fett den Straßenstaub „anzieht“ und Sie beim Arbeiten unter dem Fahrzeug leicht mit dem Fett in Kontakt kommen; so gesehen ist das Fett am Unterboden weder optisch „perfekt“ noch besonders sauber, dafür bietet es aber sehr gute Rostschutzeigenschaften, die Unterbodenschutzwachse nicht bieten können. Im direkten Steinschlagbereich, also z.B. den Radkästen, muss das Fett ca. alle 4 Jahre erneuert werden.
Verarbeitung:
Auch wenn die Verarbeitung auf den ersten Blick als schwierig erscheint, lässt sich mit dem Fett gut arbeiten !
Ein paar Punkte sollten hierzu allerdings beachtet werden:
- Das Fett muss zur Verarbeitung erhitzt werden, da es im Normalzustand relativ fest ist.
- Zum Versprühen mit der Pistole muss das Fett auf ca. 90-100°C gebracht werden, bei kälterer Umgebung auf ca. 100-120°C. Das geht am besten direkt in einem (alten) Kochtopf oder einer (alten) Friteuse (die man auf ca. 100°C regulieren kann), bzw. einem umfunktionierten Einkochautomat. Das Erwärmen im Wasserbad reicht nicht aus ! Erhitzen Sie das Fett aber auch nicht zu sehr - die Hohlraumsonde könnte sonst zu weich werden und platzen oder die Düse verlieren, außerdem leidet die Pistole unter sehr hoher Hitze.
- ACHTUNG: Erhitzen Sie das Fett nie unbeaufsichtigt und verwenden Sie möglichst keine offene Flamme,, es könnte unter Umständen Feuer fangen (uns ist aber bisher erst ein Fall bekannt geworden - erschrecken Sie also bitte nicht, mit bedacht Verarbeitet ist das Fett ungefährlich). Löschen Sie ein eventuelles Feuer dann möglichst nur mit einer Decke, nicht mit Wasser, das könnte zu Verbrühungen durch spritzendes kochendes Wasser führen.
- Wollen Sie das Fett mit dem Pinsel verstreichen reicht es aus, die Dose auf eine Heizung zu stellen damit es leicht pastös wird (hierfür eignet sich auch das Wasserbad)
- Tragen Sie immer lange Kleidung und feste Handschuhe (Lederarbeitshandschuhe) um Verletzungen durch das heiße Fett zu vermeiden.
- Die Umgebungstemperatur sollte mindestens 15-20°C betragen, sonst kühlt das Fett zu schnell ab, und die Verarbeitung ist nicht mehr gut möglich.
- Außerdem ist eine geeignete Pistole zur Hohlraumkonservierung wichtig
- Am besten eignen sich Pistolen nach dem Druckbecherprinzip für Kompressoren (z.B. unsere Druckbecherpistolensets KSD-Ben, KSD-Big-Ben und KSD-Tower - den Arbeitsdruck stellen Sie auf ca. 4-6 bar ein),
oder elektrische (Airless-) Pistolen wie unsere Wagner W180P + W450 (auf 90-100% Leistung einstellen).
- Zur Not geeignet ist auch eine Saugbecherpistole mit 2-Sonden-System (unsere KSD-Inside), allerdings sollte die Raumtemperatur dann mind. 20-25°C betragen und Sie müssen darauf achten, dass das Fett nur kaum abkühlt. Eine Heizvorrichtung (Heizköcher, s. a. Hinweis in unserem Katalog) für die Hohlraumsonde sollten Sie dann auf jeden Fall nutzen. Empfehlenswert ist diese Pistole für das Fett nicht !
- Den angebotenen Heizköcher zur Vorwärmung der Hohlraumsonde benötigt man bei einer kräftigen Pistole nur sehr selten, z.B. bei sehr kalter Umgebungstemperatur, oder zum vorwärmen von erstarrtem Fett im Hohlraumschlauch.
- Da sowohl bei der Hohlraumversiegelung als auch bei Arbeiten am Unterboden Fett auf den Boden tropft, bzw. sich ein nicht zu vermeidender leichter Fettnebel in der Umgebung ausbreitet sollten Sie in jedem Fall Pappe oder Folie großzügig unter dem Auto ausbreiten und auch im Fahrzeuginnenraum zumindest empfindliche Sitzpolster und Teppiche abdecken.
- Füllen Sie immer nur kleinere Mengen heißes Fett in die Pistole (1/4 bis ½ Liter), sodass die Menge nach ca. 5-10 min versprüht ist und nicht zu sehr in der Pistole abkühlen kann (Nur bei relativ kühler Umgebung – ca.15°C – hat es sich bewährt den Pistolenbecher komplett zu füllen, dann aber nur etwa zur Hälfte leer zu sprühen um das restliche Fett dann wieder erneut zu erhitzen. Bei dieser Vorgehensweise hält die Pistole länger Ihre Temperatur). Beachten Sie diese Punkte, dann lässt sich sehr schön und ohne ärgerliche Unterbrechungen mit dem Fett arbeiten.
Sollte das Fett doch einmal in der Pistole erstarrt sein, legen Sie diese samt Sonde einfach in heißes Wasser (bei den elektrischen Wagnerpistolen natürlich nur den Becher !) und warten bis das Fett wieder weich / flüssig ist, größere Mengen Fett gießen Sie zurück in den Kochtopf, bei kleinen Mengen Fett reicht es aus einfach neues heißes Fett nachzugießen und weiter zu arbeiten.
- Für die Versieglung von Hohlräumen benötigen Sie eine Hohlraumsonde (also einen langen Schlauch mit einem Düsenendstück vorne dran). Bei den Düsen gibt es unterschiedliche Ausführungen, welche mit kleinen Löchern rundum oder mit gefrästen Schlitzen. Welche Düsenart Sie verwenden ist prinzipiell egal, wichtig ist sie sprüht rundum. Die Hohlräume sind oft mit Verschlussstopfen aus Gummi abgedichtet, die man zur Konservierung herausnehmen kann. Führen Sie die Sonde in den Hohlraum so weit wie möglich ein, betätigen Sie den Abzugshebel der Pistole und ziehen dann den Schlauch langsam heraus. Mike Sanders Korrosionsschutzfett sollte etwa mit einer Schichtstärke von 1.5mm aufgebracht werden um ausreichenden Schutz zu gewährleisten, ohne regelmäßig nacharbeiten zu müssen. Eine dickere Schicht begünstigt nur unnötig das Auslaufen von Fett bei sommerlichen Temperaturen. Wie schnell Sie die Sonde bewegen müssen, läst sich sehr schön in Türen ausprobieren, da Sie bei anschließend demontierter Türverkleidung die Schichtstärke kontrollieren können. Grundsätzlich ist es aber angenehmer Türen bei demontierter Verkleidung mit einer Hakensonde oder einer nur nach vorn sprühenden Hohlraumsonde zu versiegeln. Gleiches gilt für alle Hohlräume hinter Verkleidungen, wie die Seiteneile bei einem Zweitürer oder auch die Kofferraumseiten zu den Radläufen hin. Wenn Hohlräume nicht oder nur schlecht zu erreichen sind, dann bohren Sie noch zusätzliche Löcher mit etwa 8-10mm Durchmesser. Anschließend können diese Löcher wieder mit Stopfen verschlossen werden. Bohrungen die nicht im direkten Spritzbereich der Räder liegen, können zur Belüftung offen gelassen werden.
- Am Unterboden können Sie Mike Sanders Korrosionsschutzfett sehr gut mit einer Hakensonde verarbeiten, eine Unterbodenschutzdüse fördert in der Regel mehr Fett als gewünscht. Bei den elektrischen Pistolen verwenden Sie die einfache Lackierdüse mit der flexiblen Verlängerung um problemlos „Überkopf“ arbeiten zu können. Auch einfache Druckluft-Ölsprüh- oder Reinigerpistolen, bzw. Grundierpistolen sind hier geeignet, solange Sie ausreichend temperaturfest sind.
- Wenn Sie eine Arbeitspause einlegen, gießen Sie das heiße Fett aus dem Pistolenbecher heraus und blasen die Hohlraumsonde mit der Druckluft frei - dazu es genügt die Pistole einfach kurz „trocken“ laufen zu lassen.
- Ein guter Tipp zur Reinigung der Pistole:
füllen Sie die Pistole mit nahezu kochendem Wasser und lösen durch (kräftiges) Schütteln mit aufgesetztem Oberteil die Fettreste. Wiederholen Sie dies und „blasen“ Sie das heiße Wasser auch durch die Sonde. Wenn der übrigbleibende Fettfilm stört, kann dieser noch mit einem Lösungsmittel (Universal-, Nitroverdünnung o.ä.) entfernt werden.
Das Fettband:
Das Fettband kann als rostschützende Unterlage für angeschraubte Karosserieteile dienen, wie zwischen Kotflügel und dessen Auflagefläche oder an den Berührungspunkten von Fahrzeugrahmen und Karosserie.
Mit dem Fettband lassen sich aber auch Blattfedern einwickeln:
Dies stellt eine ideale und sehr preiswerte Lösung für rostige, unansehnliche, aber auch neue Blattfedern da. Die Hauptvorteile sind Rostschutz, weniger Reibung, mehr Fahrkomfort und bessere Straßenlage, und weniger Abnutzung.
So wird es am besten gemacht:
Zuerst müssen die Blattfedern gereinigt werden, hierfür bei Bedarf eventuell ausbauen und zerlegen. Groben Schmutz mit einer Drahtbürste entfernen und dann mit einem Dampfstrahler, oder auf andere geeignete Weise, gründlich säubern.
Anschließend streichen Sie die Federn mit einem gut korrosionsbeständigen Fett ein (z.B. unser Mathy Schmierfett). Wenn Sie die Feder zerlegt haben streichen Sie das Fett auch zwischen die einzelnen Blätter. Danach wickeln Sie die gesamte Blattfeder mit dem Mike Sander Fettband ein. Dadurch wird Spritzwasser und Dreck von der Feder weitgehend ferngehalten und der Schmierfilm bleibt schön erhalten.
|