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Owatrol® - Verarbeitungshinweise (Download bebildert)

Auf OWATROL-Öl (früherer Name: „Farbkriechöl“) sind im Laufe von über 60 Jahren "die eigenwilligsten Anstrich-Systeme der Welt", für Holz, Stahl, Beton und Kunststoff aufgebaut  worden.  Die  Kriechöl-Farbmittel bieten  für professionelle Innen- und Außenanstriche, sowie für vielfältige, private Erhaltungsaufgaben zu Hause und am  Auto  einfache  und  unvergleichbare Problemlösungen an. Auch der Nichtfachmann kann, mit den Kriechöl-Farbmitteln, erfolgreich Erhaltungsarbeiten ausführen.

Allgemeine Eigenschaften:
Owatrol Öl ist vom Grundprinzip her ein lufttrocknendes Naturöl mit hohem Festkörperanteil. Mit dem Öl erzielt man eine sehr starke Kriechwirkung und ein gutes Eindringen in Rost. Luft und Feuchtigkeit werden aus dem Rost verdrängt und dieser in seiner Ausbreitung gestoppt. Im Gegensatz zu anderen Ölen ist Owatrol Öl nach rund 24 Stunden getrocknet und verhält sich dann in etwa wie eine klare Kunstharzfarbe (Alkydharzfarbe). Bei stärker aufgetragenen Schichten gibt es einen leichten Gelbstich. Owatrol Öl kann mit den meisten 1K Lacken (Einkomponenten Lacken) überlackiert werden. Dazu gehören vor allem Kunstharzlacke, natürlich Ovagrundol und Chassislack O.H., aber auch Brantho Korrux. Problematisch sind auf jeden Fall 2 K Auto-Acryllacke, diese lösen Owatrol Öl beim Überlackieren an und die Oberfläche wirft Falten. (Owatrol Öl kann aber auf 2K-Acryllacke aufgetragen werden ohne dass es Reaktionen gibt).

Verarbeitungstemperatur: von -10°C bis +35°C Ergiebigkeit: je nach Rostgrad 8-15qm/Ltr Trocknungszeit: 12-24 Stunden bei 20°C, 7 Tage bei 0°C Owatrol Öl ausschließlich unverdünnt anwenden eingedicktes Öl kann nicht mehr angelöst bzw. verdünnt werden

Die Rostversiegelung mit OWATROL ÖL:
Eine ganz elementare Rolle bei der Rostversiegelung mit Owatrol ÖL spielt der Grad der Verrostung.

Optimal ist eine angerostete Metalloberfläche die gleichmäßig mit Rost überzogen ist, mit nur wenigen rostfreien oder lackierten Stellen. Der Rost sollte sich mit einer Handdrahtbürste oder einem Schraubendreher nicht wesentlich lösen lassen.
Stärker verrostete Oberflächen sollten zunächst mechanisch vom losen Rost befreit werden. Dabei muss man zwei Zustände unterscheiden:
1. Rostige Bereiche an nicht lackierten Metallen oder Metallen die nur mit einer dünnen Lackschicht versehen waren (z.B. Achsteile) In solchen Fällen entfernt man den eher losen Oberflächenrost mit einer Handdrahtbürste, bis eine Schicht fest mit dem Untergrund verbundener Rost auf der Oberfläche zurück bleibt, der mit der Bürste nicht mehr weiter entfernt werden kann.
2. Rostige Bereiche unter einer guten, stabilen Lackierung oder unter Unterbodenschutz. Charakteristisch für diesen Rost ist blasiges Aufwerfen des Lacks bzw. des Unterbodenschutzes und meist auch nässender Rost. In diesem Fall entfernt man den groben Oberflächenrost am besten mit einer Schleifvliesscheibe (CSD-, oder SVS-Scheibe). Man kann auch eine Schleifscheibe (Lamellen- oder Fächerschleifscheibe) bzw. eine gezopfte Drahtbürste auf dem Winkelschleifer oder der Bohrmaschine verwenden. Gerade die Drahtbürste hat aber den Nachteil, dass der festsitzenden Rost durch die entstehende Hitze „verschmelzen“ kann. Der Rost verhärtet sich dann zu einer schwarzsilbrigen vermeintlich rostfreien geschlossenen Oberfläche, in die Owatrol Öl nicht eindringen könnte. Sie können dies vermeiden indem Sie mit wechselndem Druck auf die Oberfläche arbeiten, vor allem aber zum Abschluss mit grobem Schleifpapier, einer Schleifscheibe bzw. mit der CSD-/SVS-Scheibe die Poren wieder öffnen. Sollte sich dabei noch wesentlicher Rost lösen, müssen Sie die Oberfläche noch weiter bearbeiten, bis ein fester nur noch schwer zu lösender offenporiger Rostansatz zurück bleibt.
Um Öl, Fett und Unterbodenschutzreste zu beseitigen sollte die Fläche mit einem Silikonentferner, fettlösendem Reinigungsmittel, Bremsenreiniger o.ä. gesäubert werden.
Erst jetzt trägt man Owatrol Öl auf. Owatrol Öl kann mit dem Pinsel oder der Rolle aufgetragen werden, genauso gut kann es auch gespritzt werden, wobei sich auch ein einfacher Kunststoffzerstäuber (Plastikflasche mit Handsprühaufsatz) eignet. Owatrol Öl wird innerhalb von ca. einer Stunde mehrmals aufgetragen, bis der Rost gesättigt ist, die Oberfläche also nichts mehr aufnimmt und sich ein dünner seidenglänzender Film bildet. Das ist ähnlich wie wenn man Holz lasiert. In der Regel reichen 2-3 Schichten Owatrol Öl aus.

Vermeiden sollte man das Auftragen von OWATROL-Öl auf rostfreie Bleche und intakte Lacke, also nicht saugfähige Untergründe. Die Haftung von Owatrol ist hier nicht besonders gut, vor allem dann, wenn noch weitere Schichten Lack o.ä. folgen. Das liegt daran, dass der Ölanteil praktisch nur auf dem Blech schwimmt und nicht in die Oberfläche eindringen kann. Es entsteht ein trockener Farbfilm auf der Oberfläche der nicht sonderlich haftfest ist. Bleibt Owatrol Öl ohne weitere Beschichtung ist die Haftung kein Problem und die Oberfläche ausreichend gegen Witterung geschützt. Sollen weitere Beschichtungen folgen verwenden Sie Owatrol nur sehr sparsam oder wischen überschüssiges Öl vor der Trocknung ab. Wesentlich besser eignet sich Owatrol CIP zur Beschichtung von überwiegend blanken Metallen.

Ausnahme: Verwenden Sie Owatrol Öl als Falzversiegelung gibt es das „Haftungsproblem“ nicht, da das Öl in dem schmalen Spalt quasi zwischen den Blechen „klebt“ und außerdem keine große Oberfläche vorhanden ist auf der weitere Lackschichten aufgetragen werden. Die Kontaktstelle zwischen Owatrol und Lack ist ja nur wenige mm breit. Aus dem Spalt auf die Fläche ausgetretenes Öl sollte man abwischen bevor es getrocknet ist bzw. nach der Trockung abschleifen. Je nach Art der folgenden Lackierung sollte man noch entfetten.

Möglich ist es OWATROL-Öl auf dicke Rostschuppen auf zutragen. Diese werden allerdings mit der Zeit gelöst und abgestoßen. Dies passiert innerhalb von ca. 1 Jahr, danach ist eine Nachkonservierung mit Owatrol Öl nötig, da das darunterliegende Blech nicht ausreichen mit dem Öl konserviert sein kann. Neuer Rostansatz wäre möglich. Soll Owatrol Öl als einzige Schutzschicht bestehen bleiben ist eine regelmäßige Auffrischung wichtig.
Bei starkem rostbefall sollte man folglich vermeiden das Owatrol Öl sofort mit einem weiteren Grundier- oder Deckanstrich zu versehen, sondern besser abwarten bis die Schuppen gelöst sind. Erst danach Owatrol Öl nochmals sättigend auftragen und nach Trocknung mit Grundierung und Lack etc. weiter arbeiten.

Anwendung von Owatrol Öl
Blechfalze z.B. an überlappenden Schweißnähten:
Sehr gut eignet sich OWATROL ÖL zur Versiegelung von Blechspalten an überlappenden Schweißnähten. Durch die starke Kriechwirkung verteilt es sich sehr gut im Spalt, und stoppt außerdem auch den eventuell vorhandenen Rost, bzw. den beim Schweißen entstandenen leichten Rostansatz.
Zu beachten ist lediglich, dass möglichst kein direkter Kontakt zwischen Owatrol Öl und dem neu aufzutragenden Autolack stattfindet – hier könnten sich Blasen und Falten bilden. Als Trennung zwischen diesen beiden Schichten eignen sich: Karosseriedichtmasse oder eine 1K Grundierung die mit 2K-Acryl-Autolack überlackierbar ist. Z.B. kdcolor Grundierfüller 400, Owatrol CIP, am besten bewährt hat sich jedoch Brantho Korrux „nitrofest“.
Der optimale Aufbau an Spalten und Falzen ist: Owatrol Öl zwischen die Bleche laufen lassen. Überschüssiges Öl außerhalb des Spalts nach ein paar Stunden abwischen. Dann Brantho Korrux nitrofest als „Trenngrundierung“ auftragen, eventuell Dichtmasse und abschließend eine 2. Schicht Brantho Korrux nitrofest. Darauf dann der Lack, bzw. Lackaufbau.

Erneuerung, bzw. Neuaufbau des Unterbodenschutzes:
(ebenso für Achsteile geeignet)
Die Fahrzeugunterseite mit einem Hochdruckreiniger („Kärcher“) von Schmutz, losem Unterbodenschutz, Öl und Fett befreien. Zum Entfetten können Sie z.B. den F1 Motorreiniger und Entfetter aus dem Fertan-Programm, Marine Clean oder einen Silikonentferner einsetzen. Noch vorhandene, vor allem nicht festhaftende, Reste des alten Unterbodenschutzes sowie losen Rost (Blattrost) mechanisch entfernen.
Wenn der Unterboden trocken ist, tragen Sie OWATROL Öl 1-3 mal sättigend auf den Restrost auf. Zwischen den Schichten mindestens 10 Minuten höchstens 2-3 Stunden verstreichen lassen.
Vermeiden Sie es Owatrol Öl großflächig auf blankes Metall und nicht saugfähige Untergründe aufzutragen. Owatrol Öl sollte die Oberfläche gerade verschließen, aber noch keinen deutlichen Lackfilm auf der Oberfläche bilden. Überschüssiges Öl können Sie nach ca. 1 Stunde spätestens jedoch nach 3 Stunden abwischen, falls nötig.
Hatte der Unterboden nur wenige Roststellen, können Sie das Auto jetzt schon so belassen, unter der Vorraussetzung, dass Sie einmal im Jahr eine Sichtkontrolle vornehmen und wenn nötig noch mal Owatrol Öl auftragen; dies kann ohne Anschleifen der bisherigen Owatrolschicht geschehen. Nötig ist die Auffrischung bei sichtbarem Flugrostansatz, oder stumpfer aussehender Oberfläche die keinen seidenmatten Glanz mehr hat.
Möchten Sie weitere Schutzschichten, wie Grundierunge, Chassislack oder Schutzwach auftragen dann warten Sie ca. 24 Stunden bei 20°C, bzw. ca. 7 Tagen bei 0°C ab bis Owatrol getrocknet ist. Tragen Sie nun 2-3 Anstriche Ovagrundol oder Yachtcare Unterwasser-Primer auf. Diese beiden Produkte ersetzen den ehemaligen Owa-Tropal-Primer. Warten Sie mit der nächsten Schicht immer solange, bis der Untergrund etwas „angezogen“ hat, also leicht angetrocknet ist (je nach Witterung etwa 1-6 Stunden). Möchten Sie die Grundierung mit der Pistole spritzen dann kann es nötig sein 15-20 % Universalverdünnung für Chlorkautschukfarben (z.B. unsere Hempel-Verdünnung 0808A) zuzusetzen. Beim Spritzen sollten Sie für die erforderliche Schichtstärke 3-4 Durchgänge spritzen. Das ist auch ohne Zwischentrocknung im nass in nass Verfahren möglich.
Ovagrundol oder der Unterwasserprimer übernehmen im Wesentlichen die Aufgabe des Steinschlagschutzes, erhöhen aber auch den Rostschutz deutlich, da sie undurchdringbar für Wasser sind.
Wenn es um die reine Schutzwirkung geht, können Sie die Beschicht so belassen, die Schutzwirkung ist schon zu 100% gegeben. Gefällt Ihnen der Farbton der Grundierung nicht, dann bringen Sie als Schlussanstrich ein, besser zwei Mal den CHASSISLACK O.H. auf. Eventuell können Sie dabei auch eine Schicht Ovagrundol oder Unterwasserprimer weglassen.
Die Grundierungen und der Chassislack verlaufen auch beim Pinselauftrag sehr gut, können aber Schwächen bei der Kantendeckung haben, daher ist es günstig Kanten vorab einmal extra zu streichen. Sobald die Oberfläche angetrocknet ist können Sie die nächste Schicht aufbringen. In mechanisch nicht belasteten Bereichen ist es möglich den Chassislack direkt auf Owatrol-Öl oder das blanke Blech aufzutragen. Besser ist es aber immer auf die Grundierung nicht zu verzichten.

Autohohlräume - auch bei Neuwagen:
Sofern es in offenen Hohlräumen möglich ist losen, abtrennbaren Rost und unterrostete Altanstriche entfernen. Bei rostigen Hohlräumen sprühen Sie innerhalb von ein paar Stunden 2-3 mal Owatrol Öl ein. Wobei zwischen den Durchgängen mindestens 10 Minuten liegen sollten aber auch nicht mehr als 2-3 Stunden vergehen sollten. Hiermit sättigen Sie den Rost. Owatrol Öl kann auch über bereits vorhandene Schichten Hohlraumwachs aufgebracht werden.
Für unzugängliche Hohlräume benötigen Sie eine Hohlraumpistole mit Hohlraumsonde, wobei eine einfache Saugbecherpistole (KSD Inside) ausreichend ist. Für kleinere Hohlräime eignet sich auch sehr gut die Owatrol Spraydose mit der zusätzlichen Hohlraumsonde. Sehr praktisch ist die Hohlraumsonde der Spraydose auch zur Versiegelung von Haubenfalzen, da sie nur 4mm Durchmesser hat. In zugänglichen Bereichen, wie Türen oder hinter Seitenverkleidungen können Sie auch die Owatrol Spraydose oder einen einfachen Handzerstäuber („Blumenspritze“) einsetzen.
Nach einer Trocknungszeit von ca. 24 Stunden bei etwa 20°C (oder 7 Tagen bei 0°C) bringen Sie eine weitere Schicht Owatrol Öl zur längerfristigen Versiegelung auf. Dies sollte ca. alle 2 Jahre wiederholt werden.

Alternativ können Sie auch eine Schicht Hohlraumwachs (z.B. HT-Wachs von Fertan) einbringen. Durch das Wachs verlängert sich die Haltbarkeit der Hohlraumversiegelung auf ca. 5-7 Jahre. Es ist auch möglich Owatrol Öl und ein Hohlraumwachs direkt zu mischen dadurch erzielt man eine bessere Kriechwirkung als beim Wachs allein und verhindert frühzeitiges Verspröden des Hohlraumwachses.
Auch neue Autos können mit OWATROL Öl in den üblichen Problembereichen, wie Türinnenseiten, Blechfalzen und –spalten, Schwellern, Türsäulen etc., vorsorglich behandelt oder nachträglich zu schon vorhandenen Wachsen ergänzend behandelt werden. Hierzu bringen Sie innerhalb von 12-14 Stunden 2 Schichten ein, bzw. 1 Schicht Owatrol Öl und nach 24 Stunden Wachs, bzw. Wachs-Owatrol-Gemisch. Bei der Haltbarkeit gelten die oben genannten Fristen zur Nachbehandlung.
Besonders bewährt hat sich die Hohlraumversiegelung mit Owatrol Öl in Bereichen in denen eine dauerhafte Kriechwirkung, wie von Fluid-Film oder Mike Sander Korrosionsschutzfett nicht gewünscht ist. Z.B. an Dachholmen oder Fensterrahmen, bzw. in den Falzen eines Kofferraumdeckels. Die zusätzliche Versiegelung mit HT-Wachs von Fertan erspart eine häufige Auffrischung.

Alterungserscheinungen, bzw. Patina, erhalten:
(Rost als stilbildendes Element)
Gelegentlich wird gewünscht dass leichte Rostansätze nicht entfernt und neu lackiert werden sollen um einem Fahrzeug sein Alter und die Gebrauchsspuren noch ansehen zu können. Gerade hier bietet sich Owatrol Öl optimal an da es das Weiterrosten zuverlässig stoppt. Den Rost bleibt sichtbar, wirkt leicht dunkel, als wenn er nass wäre und erhält eine seidenglänzende trockene Oberfläche, die keinen Staub anzieht und auch nicht klebt.
Dazu wird Owatrol Öl innerhalb von 10 Minuten bis 2-3 Stunden 1-3 mal den Rost sättigend aufgetragen.
Einmal im Jahr sollte man diese Stellen kontrollieren, da Owatrol Öl durch die direkte Bewitterung etwas angegriffen wird. Zeigt sich neuer leichter Flugrostansatz auf der Oberfläche, sollte eine weitere Schicht Owatrol Öl aufgetragen werden. Dazu muss die alte Schicht nicht angeschliffen oder entfernt werden.
Auf diese Weise ist es möglich den „in Würde gereiften“ Istzustand, gerne auch als Patina bezeichnet, zu erhalten, ohne „zerstörende“ neue Lackschichten aufbringen zu müssen.

Blanke und angerostete Metallteile schützen
Owatrol Öl eignet sich auch dazu unauffällig blankes und angerostetes Metall von Stahlkonstruktionen oder Skulpturen zu schützen. In solchen Fällen kann man Owatrol auch auf nicht saugfähige Untergründe auftragen, da ein weiterer Deckanstrich, der dann insgesamt eher schlecht haften würde, ja nicht gewünscht ist. Je nach Standort und Bewitterung muss Owatrol-Öl in gewissen Zeitabständen nachbehandelt werden.

Überlackierbarkeit:
Owatrol-Öl kann im Abstand von ca. 10 Minuten mehrmals aufgetragen werden um Rost und poröse Oberflächen zu sättigen. Überlackierbar ist Owatrol nach 24 Stunden bei 20°C, bzw. nach 7 Tagen bei 0°C.
Owatrol-Öl-haltige Produkte, wie Ovagrundol, Unterwasserprimer oder Chassislack O.H. sind nach 12-48 Stunden überlackierbar.

Direkt auf Owatrol Öl auftragbar sind in der Regel Grundierungen und Lacke die mit Universalverdünnung oder Nitroverdünnung verdünnt werden können, also die meisten 1K-Lacke und selbstverständlich Ovagrundol, Unterwasserprimer sowie Chassislack O.H. und ähnliche Produkte.
2K-Lacke (2-Komponenten-Lacke), wie die üblichen Autoacryllacke oder auch moderne Wasserbasislacke sollten nicht direkt auf Owatrol-Öl und Owatrol-Öl-haltige Lacke aufgetragen werden, das führt zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Blasen- und Faltenwurf bzw. zu einer schlechten Haftung.
Allerdings ist es immer möglich Owatrol Öl oder Owatrol-Öl-haltige Lacke auf ausgetrocknete 1K- oder 2K-Lacke aufzutragen.
Um dennoch eine Lackierung mit 2K-Systemen, vor allem Autolack, folgen zu lassen besteht die Möglichkeit einen sogenannten „Trenngrund“ auf Owatrol-Produkte aufzutragen um den Kontakt der unverträglichen Schichten zu unterbinden. Als Trenngrund eignen sich Owatrol CIP oder auf gut durch getrocknetem Owatrol auch Grundierfüller 400. Die besten Erfahrungen haben wir aber mit Brantho Korrux „nitrofest“ für diesen Zweck gemacht.
Aufkleben von PVC- oder Bitumenplatten ist über gut getrocknetem Ovagrundol oder Unterwasser-Primer möglich.

Spachtelmassen :
Das Auftragen von Spachtelmassen ist auf Owatrol Öl, Ovagrundol, Unterwasserprimer oder Chassislack O.H. nicht möglich. Theoretisch kann auf Owatrol CIP vor allem aber auf eine Trennschicht mit Brantho Korrux nitrofest ein Epoxy-(EP-) Spachtel aufgetragen werden. Solange Owatrol Öl als Rostversiegelung für sehr kleine Flächen oder als Falzversiegelung eingesetzt wurde, klappt das auch einwandfrei. Ist Owatrol Öl, oder Ovagrundol (Unterwasserprimer) allerdings großflächig eingesetzt worden dann ist der Untergrund elastischer als die Spachtelmasse, sodass es langfristig zum Abplatzen der Spachtelschicht kommen kann, da das Dehnungsverhalten der verschiedenen Schichten unterschiedlich ist.

Owatrol CIP
Vom Prinzip her ist Owatrol CIP ähnlich verwendbar wie Owatrol Öl. Owatrol CIP basiert auf Owatrol Öl dem lösemittelbeständige Pigmente beigegeben wurden. Diese Pigmente ermöglichen nach sehr guter Durchtrocknung das Überlackieren mit einen 2-K-Auto-Acryllack oder anderen stark lösemittelhaltigen Lacken. Gleichzeitig sorgen diese Pigmente für einen zusätzlichen Rostschutz.
Unterschiede zu Owatrol Öl: Die Kriechwirkung von Owatrol CIP ist nicht so stark ausgeprägt wie die von Owatrol Öl. Owatrol CIP kann als Rostschutzgrundierung auf blanken und lackierten Blechen eingesetzt werden sowie als Roststopper auf leicht angerosteten Metallen. Gerade auf Blechen mit wenig Rost, oder Blechen die sehr gründlich mechanisch entrostet wurden und nur noch geringen Porenrost aufweisen ist Owatrol CIP als Roststopper besser geeignet als Owatrol Öl, da Owatrol CIP im Gegensatz zu Owatrol Öl auch gut auf rostfreiem Metall haftet.
Owatrol CIP rostsättigend 1-3 mal dünn auftragen. Die Beschichtung mit Owatrol CIP muss nicht deckend rot sein, der Untergrund darf noch durchschimmern. Die Trocknungszeit beträgt 48 Stunden bei 20°C, bzw. 14 Tage bei 0°C. Erst nach vollkommener Durchtrocknung ist Owatrol CIP mit 2K- und Autolacken überlackierbar, ansonsten kann es zu Runzelbildung kommen.
Planen sie das Überlackieren mit einem 2K-Autoacryllack, dann empfehlen wir dennoch eine Zwischengrundierung mit Brantho Korrux nitrofest um Unverträglichkeiten zu vermeiden.
Auf Owatrol CIP kann selbstverständlich, wie beim normalen Owatrol Öl, mit Ovagrundol, Unterwasserprimer oder Chassislack O.H. und ähnlichen Lacken überlackiert werden.
Bei oberflächlich gleichmäßigem oder stärkerem Rostbefall lieber Owatrol Öl anstelle von Owatrol CIP einsetzen.
Das Auftragen von 1K Spachtelmassen und Epoxyspachtel auf Owatrol CIP ist zwar theoretisch möglich, sollte aber dennoch vermieden werden, da es aufgrund der unterschiedlichen Elastizität zu Spannungen und somit zum Abplatzen der Beschichtung kommen kann.

Ovagrundol und Yachtcare Unterwasserprimer
Ovagrundol und Yachtcare Unterwasserprimer sind die Nachfolgeprodukte zum ehemaligen Owa-Tropal-Primer. Beides sind 100% geschlossenporige Rostschutzgrundierungen auf Chlorkautschukbasis mit Öl-Anteilen (Ovagrundol mit Owatrol Öl). Sie schaffen eine sehr elastische Grundierung und eignen sich somit auch als Steinschlagschutz für nicht sehr extrem beanspruchte Bereiche. Z.B. für den Unterboden und Achsteile, aber auch für Radhäuser von Fahrzeugen mit eher geringer jährlicher Fahrleistung.
Für einen sicheren Schutz sollten 2, besser 3 Schichten aufgetragen werden. Eine weitere Behandlung mit einem Lack oder Chassislack ist nicht nötig, der Rostschutz ist allein durch dir Grundierung bereits gegeben.

Ovagrundol und der Unterwasserprimer können:
- unverdünnt mit dem Pinsel aufgetragen werden, dazu einen Trocknungsabstand von ca. 3-24 Stunden zwischen den einzelnen Schichten einhalten.
- unverdünnt mit einer Rolle und einem Trocknungsabstand von ca. 3-24 Stunden aufgetragen werden.
- auch die Verarbeitung mit der Grundierpistole ist möglich. Hierbei 3-4 Schichten mit einem Trocknungsabstand von 1-3 Stunden auftragen. Dazu müssen die Grundierungen in der Regel nicht verdünnt werden, sollte es dennoch möglich sein verwenden Sie unsere Hempel 0808 Verdünnung dazu, mit der Sie die Verarbeitungsgeräte dann auch wieder einigen können.

Wenn die Farbe der Grundierung nicht passend erscheint dann kann noch mit normalen Kunstharzlacken (1K-Alkydharzlacken) am besten aber mit Chassislack O.H. farbig überlackiert werden. 1-2 Schichten reichen aus. Spachtelmassen können nicht aufgetragen werden.

Chassislack O.H.
ist ein sehr widerstandsfähiger, elastischer und steinschlagfester farbiger Lack. Lediglich die Kratzfestigkeit liegt auf normalem Niveau. Der „Trick“ dieser Lacke basiert auf dem enthaltenen Owatrol Öl: Im Zusammenspiel der sehr robusten Farbbasis und dem enthaltenen Owatrol Öl, verlaufen die Lacke auch beim Pinselauftrag sehr glatt und bilden nach guter Durchtrockung eine sehr alterungsbeständige und steinschlagfeste, elastische Oberfläche. Dadurch bieten sie in Verbindung mit einer Grundierschicht aus Ovagrundol (bzw. Yachtcare Unterwasserprimer) einen guten, vor allem optisch sehr schönen, Anstrich für Achsteile und Unterboden.
Chassislack O.H. kann mit dem Pinsel oder der Rolle aufgetragen werden, man kann ihn aber auch mit der Pistole spritzen. Es sollten in einer Trocknungszeit von etwa 6-24 Stunden 2 Schichten aufgetragen werden. Verwenden Sie den Lack ohne eine Grundierung sind 3-4 Schichten anzuraten um eine ausreichende Schutzwirkung zu erreichen. Der Lack ist streichfertig eingestellt, zum Spritzen oder bei sehr kalter Witterung geben Sie, wenn nötig, noch etwas Owatrol Öl (5-10%) zur Verdünnung bei – das ist besser als eine Nitroverdünnung. Um eine bessere Deckkraft zu bekommen sollten Kanten und Winkel 1 x vorgestrichen werden.
Einen ähnlich guten Lack haben Sie auch wenn Sie Owatrol Deco verarbeiten. Sie können auch eine sehr gute Kunstharzfarbe (die Farbe muss mit Terpentinersatz bzw. Testbenzin verdünnbar sein) mit etwa 10-20% OWATROL-Öl vermischen um einen ähnlichen Schutzanstrich herzustellen. Das Owatrol Öl sorgt für eine sehr gute Verstreichbarkeit sowie eine elastische und relativ widerstandsfähige Oberfläche.

Owatrol Öl, Owatrol CIP, Ovagrundol und Chassislack O.H. eignen sich auch zum Rostschutz und zur Lackierung von Felgen, Stoßstangen und sonstigen Anbauteilen, sowie zur Lackierung von Fahrzeuginneräumen, Kofferräumen, sowie Anhängern, Traktoren und Nutzfahrzeugen.

 

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