Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Anleitung zur Grundierung und Lackiervorbereitung

Praxisbeispiel
Hier wurde ein Radlauf neu eingeschweißt und verzinnt. Aufgrund des geringen Fahrzeugwertes, wurde die Verzinnung nicht ganz perfekt ausgeführt.





Nach der Entfettung mit Silikonentferner wird Brantho Korrux „nitrofest“ als Rostschutzgrundierung mit der Grundierpistole aufgespritzt.





Die noch deutlich sichtbaren Unebenheiten werden mit KSD 2K-Epoxy (EP) Spachtel ausgeglichen. EP-Spachtel bleiben elastischer als Polyesterspachtel.





Nach der Trocknung von mindestens 6 Std. kann die robuste EP-Spachtelmasse verschliffen werden. Der Maschinenschliff mit 80er od. 120er Papier bietet sich an.





Mit KSD Kontroll-Lack in schwarz wird der gesamt geschliffene Bereich eingesprüht…





… wobei es ausreicht die Oberfläche leicht einzunebeln.






Nach dem erneuten leichten Überschleifen bleiben Riefen und Täler als schwarze Flecken sichtbar, da das Kontrollschwarz hier nicht abgetragen wird.





Da keine dicken Schichten zum Ausgleich mehr aufgetragen werden müssen, reicht es einen Spritzfüller aufzutragen, hier KSD Spritzfüller aus der Spraydose.





Kleine Unebenheiten und Sprühnebel werden noch mit 280er oder 400er Schleifpapier beseitigt. Wegen der leichten Wölbung ist Handschliff hierbei einfacher.





Nun ist alles plan und ohne Schleifspuren. Die letzten Vorbereitungen für die Lackierung können getroffen werden. Die einfachste Lackierung erzielt man wenn…





… man komplette Teilbereiche lackieren kann, da dann ein Beilackieren (Ausnebeln) entfällt. Dazu wird das komplette untere Seitenteil mit 400er Schleifpapier...





...angeschliffen. Die längs verlaufende Sicke im Kotflügel ist eine ideale Trennlinie. Um den Übergang möglichst unauffällig zu gestalten, wird der waagrechte...





...Teil der Sicke und der Bereich darüber mit Mattierungspaste „poliert“. Dadurch bekommt der Lack hier schon seinen alten Glanz und kann später gut...





...zum Angleichen auspoliert werden. Hier im Bild deutlich zu sehen: Oben stumpfer Altlack, Mitte und Sicke aufpoliert, unterhalb der Sicke angeschliffen.





Zunächst wird alles gut abgeklebt. Wichtig ist in diesem Fall, dass auch der waagerechte Teil der Sicke mit zugeklebt wird, da dieser später für den Lackübergang...





...benötigt wird. Danach wird gründlich mit Silikonentferner entfettet. Dazu den Entferner auf einen Lappen gießen und die...





...gesamte Fläche gründlich abwischen. Nach Ablüften kann die letzte Schicht Grundierung vor der eigentlichen...





...Lackierung aufgetragen werden. Mit der spritzfertigen leicht verdünnten Grundierung wird zunächst eine...





...Spritzprobe gemacht um sicher zustellen dass die Grundierung gleichmäßig aufgetragen wird und ordentlich verläuft. Zunächst werden alle Kanten grundiert um eine sichere Kantendeckung zu erreichen.





Abschließend erfolgt dann die Grundierung der gesamten Fläche. Eine einheitliche Schicht unter dem eigentlichen Decklack sorgt für ein gleichmäßiges Lackbild und verhindert das „Aufziehen“ an den Übergängen unterschiedlicher Beschichtungen unter dem Lack.




Alternativen

Die hier gezeigte Lackiervorbereitung eignet sich besonders gut für die schrittweise Restaurierung die sich über einen längeren Zeitraum hinzieht, da Brantho Korrux „nitrofest“ durch seine 100% geschlossene Oberfläche schon einen absoluten Rostschutz darstellt. Das heißt derartig grundierte Bereiche können lange ohne eine weitere Lackierung verbleiben, da ein Eindringen von Wasser verhindert wird. Weiterhin bietet Brantho Korrux „nitrofest“ auch die Möglichkeit als Füller verwendet zu werden, dass heißt feine Unebenheiten wie Schleifkratzer und kleine Kratzer können ebenfalls damit gefüllt werden und vor der endgültigen Lackierung mit 400er Schleifpapier noch ausgeschliffen werden. Zum letzten Vorschliff unter einem Unilack ist 400er Körnung ausreichend, unter einem Metalliclack sollte der letzte Schliff mit 800er Körnung erfolgen. Der Nachteil am Brantho Korrunx nitrofest ist die je nach Schichtstärke etwas längere Durchtrocknungszeit von ca. 1-3 Tagen bei 20°C. Bei niedrigeren Temperaturen kann es noch ein paar Tage länger dauern, was aber bei einer Schritt für Schritt-Restaurierung in der Regel egal ist.

a) „Professionelles Arbeiten“

Der Profilackierer arbeitet etwas anders (was aber nicht grundlegend besser ist!):
Er trägt in der Regel zunächst eine (sehr) dünne Schicht 2-Komponenten-Epoxy (EP) Grundierung (z.B. KSD 4:1 EP-Grundierung) als Trenngrund und Basisrostschutz auf. Da diese Grundierung in der Einbrennkammer schnell trocknet kann er dann zügig flächendeckend einen (Spritz-)Füller (z.B. KSD Spritzspachtel oder KSD Grundierfüller 400/650) aufbringen und diesen verschleifen. Das ist nötig, da eine standard EP-Grundierung kaum „füllt“ und nur schlecht schleifbar ist. Der Füller muss dann absolut perfekt verschliffen werden. Die in der Regel darauf noch folgende weitere Schicht mit 2-K EP dient dem einheitlichen Untergund unter dem abschließenden Autolack um Lackfehler zu vermeiden. Da wie gesagt ein Standard EP-Grund nicht so super zu Schleifen ist wird dieser nur noch angeschliffen um die Haftung des Decklacks zu garantieren. 400er bis 800er Schleifpapier ist hierzu sinnvoll. Aus Ersparnisgründen wird gelegentlich auch direkt auf den Grundierfüller lackiert - die 2. Schicht EP somit eingespart - kann man machen solange der Untergrund einheitlich und absolut glatt ist. Da der Profilackierer mit 2-K-Produkten arbeitet die unter Wärmezufuhr sehr schnell trocknen kann er eine komplette Lackierung in relativ kurzer Zeit durchführen, was in der Hobbygarage so nicht möglich ist. Daher wird der Profi von einer Grundierung mit Brantho Korrux „nitrofest“ nicht besonders begeistert sein, weil das u.U. seinen Zeitplan durcheinander bringt. Möglicherweise lehnt er es (Brantho Korrux nitrofest) aus Unwissenheit auch komplett ab.

b) alternative Hobby-Lösung 1

Möchten Sie die Lackiervorbereitungen selbst übernehmen, die eigentliche Lackierung aber dem Profi überlassen, dann bietet sich z.B. folgender Kompromiss an: Sie arbeiten auch wegen des hervorragenden Rostschutzes zunächst wie vorgestellt mit Brantho Korrux „nitrofest“ und soweit nötigt mit Epoxy-Spachtel und Epoxy-Spritzfüller, grundieren dann aber zum Schluss mit KSD 4:1 EP-Grundierung (2-Komponentig), oder überlassen dies dem Lackierer („Einbrennen“ nicht vergessen). Das hat den Vorteil dass der Profi dann auf ein ihm bekanntes System zurückgreifen, bzw. aufarbeiten kann, Sie aber nicht in Zeitdruck kommen, weil die Lackierung sehr bald erfolgen muss. EP-Grundierungen müssen spätestens nach 48 Stunden überlackiert werden, bei längeren Trocknungszeiten muss die ganze Schicht angeschliffen werden! Dieses Vorgehen aber immer mit Ihrem Lackierer absprechen, nicht dass es zu unliebsamen Überraschungen kommt, weil er doch nicht damit einverstanden ist.

c) alternative Hobby-Lösung 2

Wenn Sie ausschließlich KSD EP-S Grundierfüller verwenden, haben Sie ein Produkt was alle Probleme zusammen abdeckt. Es trocknet schnell auch ohne Wärmezufuhr, es hat gute Fülleigenschaften, lässt sich gut schleifen, bietet 100% Rostschutz auch bei Standzeiten und ist vom Profi problemlos überarbeitbar. Nachteile: die EP-S Grundierung ist etwas teurer als andere Produkte, was sich allerdings relativiert, da man nur eines benötigt. Man muss auch bei Kleinflächen immer Grundierung mit Härter anmischen. Diese Lösung ist schon extrem professionell, stand uns zum Zeitpunkt der Fotoaufnahmen aber noch nicht zur Verfügung.

Spachtelmasse

Eine 2-K-Epoxy Spachtelmasse bietet gegenüber den üblichen Polyesterspachtelmassen (das sind die bei denen man aus der Tube ein „Würmchen“ roten Härter dazu geben muss) den Vorteil der höheren Elastizität und des besseren Rostschutzes. Polyesterspachtel bricht durch Vibration und Verwindung leicht mal auf und zieht Wasser wenn die Lackierung nicht schnell und gut deckend erfolgt. Vorteilhaft am Polyesterspachtel ist der günstige Preis und die leichtere Schleifbarkeit, sowie die schnelle Trocknung. Der EP-Spachtel benötigt ca. 6 Stunden Aushärtezeit und ist etwas zäher schleifbar, dafür harmoniert er aber auch perfekt mit Brantho Korrux nitrofest sowie allen anderen Grundierungen. EP-Spachtel ist die 1. Wahl!